MoldauTransnistrien

Unterwegs in Europas übersehener Ecke, Moldau und Transnistiren

Von Belgrad aus ging es mit dem Bus zunächst nach Bukarest und von dort weiter Richtung Chișinău, der Hauptstadt von Moldau. Ein Land, das zu den am wenigsten besuchten Reisezielen Europas zählt und nach Liechtenstein und San Marino auf Platz drei dieser eher ungewöhnlichen Rangliste steht.

Chișinău empfängt einen ohne großes Spektakel, dafür mit einer überraschend entspannten Atmosphäre. Breite Boulevards aus der Sowjetzeit, großzügige Grünanlagen und Plattenbauten prägen das Stadtbild.
Im Herzen der Stadt liegt der Kathedralenpark mit der orthodoxen Geburt-Christi-Kathedrale und dem Triumphbogen – ein zentraler Treffpunkt für Einheimische, die hier spazieren gehen oder auf den Parkbänken verweilen.

Entlang des Stefan-cel-Mare-Boulevards reihen sich Regierungsgebäude, Museen und Cafés aneinander, während immer wieder kleine Parks für grüne Unterbrechungen sorgen.

Eine sehr beliebte Sehenswürdigkeit ist außerdem die Kaskadentreppe im Valea-Morilor-Park. Die weitläufige Treppenanlage mit ihren Terrassen, Brunnen und Aussichtspunkten bietet einen schönen Blick über den angrenzenden See und ist besonders bei Sonnenuntergang ein beliebter Treffpunk.

Ein beliebter Tagesausflug von Chișinău aus ist ein Besuch in Transnistrien, einer der drei international nicht anerkannten Staaten der Welt, die sich in der Gemeinschaft nicht-anerkannter Staaten zusammengeschlossen haben. Neben Transnistrien gehören dazu noch Abchasien und Südossetien. Schon die Fahrt dorthin fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise. An den Kontrollpunkten wird man registriert, und spätestens beim Blick auf Flaggen, Denkmäler und sowjetische Symbolik wird klar, dass man sich in einer eigenen Realität bewegt. Unser erster Halt war die Festung Bendery.

Danach erkundigten wir noch Bender und wechselten auch gleich noch etwas Geld, den Transnistrien hat ihren eigenen Rubel.

Weiter ging es in die Hauptstadt Tiraspol. Transnistrien besitzt eine eigene Währung, den Transnistrischen Rubel, eigene Briefmarken, eigene Kfz-Kennzeichen und sogar eine eigene Regierung – auch wenn der Staat international nicht anerkannt ist. Lenin-Statuen, breite Straßen und monumentale Verwaltungsgebäude prägen das Stadtbild und erinnern stark an die Sowjetunion.

Trotz der politischen Besonderheit wirkt der Alltag erstaunlich normal. Menschen gehen zur Arbeit, sitzen in Cafés oder flanieren durch Parks. Gerade dieser Kontrast macht Transnistrien zu einem faszinierenden, wenn auch ungewöhnlichen Reiseziel, das man so in Europa nur noch selten erlebt.

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