Ukraine

Ein paar Tage verloren in den Gassen von Lwiw

Von Chișinău ging es weiter mit dem Bus Richtung Ukraine. Zunächst nach Odessa und Kiew – beides nur kurze Zwischenhalte auf der Route. Da es zur Zeit keinen Flugverkehr gibt in der Ukraine war der Bus dementsprechend voll.

Das eigentliche Ziel dieser Etappe war Lwiw.

Das historische Zentrum, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist ein Labyrinth aus engen Kopfsteinpflaster-Gassen, in denen jede Ecke kleine Überraschungen bereithält. Der Marktplatz (Rynok-Platz) bildet das Herz der Altstadt. Umgeben von farbenfrohen Bürgerhäusern, Cafés und Restaurants ist er ein lebendiger Treffpunkt für Einheimische und Besucher gleichermaßen.

Nicht weit entfernt liegt die Armenische Kathedrale, ein prächtiges Beispiel für sakrale Architektur mit kunstvollen Fresken und einer jahrhundertealten Geschichte. Wer die Aussicht auf die Stadt genießen möchte, sollte den Rathausturm am Marktplatz besteigen – von oben eröffnet sich ein fantastischer Blick über die Dächer der Altstadt.

Besonders charmant sind die vielen Kaffeeröstereien und versteckten Innenhöfe, die Lwiw zu einer Stadt der Genüsse machen. Auch die lateinische Kathedrale, die Bernhardinerkirche und das Opernhaus gehören zu den Highlights. Wer etwas Zeit mitbringt, kann zudem das Lwiwer Rathausmuseum, die St.-Georgs-Kirche oder das Lwiwer Arsenal-Museum besuchen, um mehr über die bewegte Geschichte der Stadt zu erfahren.

Der Potocki Palace verleiht der Stadt mit seiner eleganten Architektur einen Hauch von aristokratischem Charme.

Vom High Castle Hill genießt man einen großartigen Panoramablick, bei dem die Stadt einem förmlich zu Füßen liegt.

Der Lytschakiwski-Friedhof ist mehr als ein Ort der Ruhe – er gleicht einem Freilichtmuseum unter alten Bäumen. Zwischen kunstvollen Grabmälern, verwitterten Engeln und schmalen Wegen liegt eine besondere Stille, die Geschichte und Vergänglichkeit spürbar macht.

Gleich nebenan gibt es ein Bereich, der kein Touristenspot im klassischen Sinne ist, sondern ein noch lebendiger Erinnerungs- und Trauerort, der stark von der aktuellen Realität des Krieges geprägt ist. Viele Besucher kommen, um zu gedenken, zu trauern und Respekt vor denen zu zollen, die im Konflikt ihr Leben verloren haben.

Lwiw ist aber nicht nur Sehenswürdigkeiten; es ist die Mischung aus historischer Architektur, lebendigem Alltag, kleinen Cafés und gemütlichen Plätzen, die die Stadt so besonders macht. Man spürt sofort, dass die Stadt eine europäische Seele hat, aber gleichzeitig eigenständig und einzigartig geblieben ist.

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